Nach einer Investition in Höhe von 40 Millionen EUR verdoppelt Österreich seine Produktionskapazität für Nassfutter in Pöttelsdorf

Zusammenfassung: Austria Pet Food hat nach Investitionen von über 40 Millionen Euro in zwei Jahren die Konservierungskapazität seines Werks in Pöttelsdorf im Burgenland auf 200 Millionen Dosen pro Jahr sowie 90.000 Tonnen erhöht und so die Kapazitäten für Eigenmarken im europäischen Haustierfuttermarkt ausgebaut. Der Hersteller installierte eine neue Abfüll- und Verpackungslinie sowie zusätzlichen Lagerraum, schuf 50 neue Arbeitsplätze und hielt das Werk während dreijähriger Bauarbeit weiter in Betrieb. Die Fertigstellung wurde am 24. Oktober 2026 gemeldet.

Wichtige Fakten

Unternehmen
Austria Pet Food GmbH, Pöttelsdorf, Burgenland, Österreich
Projekt
Werkserweiterung nach dreijähriger Bauzeit; das Werk ist nun in Betrieb
Investitionen
Über 40 Millionen Euro in den letzten zwei Jahren
Kapazität
200 Millionen Dosen pro Jahr statt bisher 100 Millionen; jährliche Kapazität von 90.000 Tonnen
Beschäftigung
Rund 150 Mitarbeitende in Pöttelsdorf, darunter 50 durch die Erweiterung neu geschaffene Arbeitsplätze
Geschäftsmodell
Herstellung von Premium-Haustierfutter mit Eigenmarke für externe Kunden; kein eigenes Markenprodukt
Eigentumsverhältnisse
Das Bundesland Burgenland hält 40 % Anteile über ATHENA Burgenland Beteiligungen AG
Einschätzung der Geschäftsleitung
Die Zahl der Haustierhalter in Europa wächst zwar weiter, allerdings langsamer; die Beschaffung von Rohstoffen bleibt schwierig

Was geschah

Austria Pet Food hat nach Investitionen von über 40 Millionen Euro in zwei Jahren die Produktionskapazität seines Werks in Pöttelsdorf im Burgenland verdoppelt. Das Werk kann nun jährlich 200 Millionen Dosen Haustierfutter abfüllen – bisher waren es 100 Millionen –, mit einer Gesamtkapazität von 90.000 Tonnen pro Jahr. Durch die Erweiterung entstanden 50 neue Arbeitsplätze; die Gesamtzahl der Beschäftigten am Standort liegt nun bei rund 150.

Die Bauarbeiten dauerten drei Jahre, während das Werk weiterhin produzierte. Beim Projekt wurde eine neue Abfüll- und Verpackungslinie sowie zusätzlicher Lagerraum geschaffen; es entstand kein neues Gebäude auf bisher ungenutztem Gelände. ORF Burgenland berichtete über die Fertigstellung am 24. Oktober 2026.

Geschäftsführer Bernd Berghofer beschrieb die Marktlage nüchtern: Die Zahl der Haustierhalter in Europa steigt weiterhin, allerdings langsamer, und die Beschaffung von Rohstoffen ist nach wie vor problematisch. Das Vertrauen des Unternehmens beruht auf seiner bestehenden Kundenbasis und weniger auf Prognosen zum zukünftigen Wachstum des Marktes.

Hintergrund

Austria Pet Food ist ein Auftragsabfüller. Das Unternehmen produziert Nassfutter für Hunde und Katzen unter fremden Markennamen und verkauft nichts unter eigener Marke; daher hängt der Umsatz davon ab, wie viele Einzelhändler und Markeninhaber eine Abfülllinie in Mitteleuropa benötigen. Das Bundesland Burgenland hält über die ATHENA Burgenland Beteiligungen AG 40 % der Anteile, wodurch es sich um einen öffentlich verankerten Hersteller und nicht um ein rein privates Unternehmen handelt.

Pöttelsdorf liegt im östlichen Österreich, nur eine Stunde von Wien, Bratislava und Budapest entfernt. Für die Produktion von Eigenmarken ist diese geografische Lage entscheidend: Dosen sind schwer, daher ist eine Lieferung innerhalb eines Tages ins Kundengebiet aus wirtschaftlicher Sicht vorteilhafter als eine Lieferung aus Südeuropa oder Asien.

Die Expansion erfolgt in einer Phase, die das Unternehmen als schwierig für die Beschaffung von Rohstoffen bezeichnet – dies entspricht der Logik des Geschäftsmodells. Ein Abfüller kann nicht durch Produktinnovation punkten, da die Rezeptur vom Kunden festgelegt wird. Er gewinnt stattdessen durch Verfügbarkeit, Liniengeschwindigkeit, Dosenformate sowie die Fähigkeit, kurzfristige Nachfragespitzen zu bewältigen, ohne die Lieferzeit zu verlängern.

Branchenkontext

Nassfutter für Haustiere ist mittlerweile das Segment, in dem der Anteil von Eigenmarken in Europa am schnellsten wächst. Einzelhändler können Rezeptur, Dosenformat und Preis festlegen und Ausschreibungen vergeben; dies begünstigt Auftragsabfüller und erklärt, warum die Kapazitätserweiterungen auf dem europäischen Markt für Haustiernahrung vorwiegend im Bereich Nassfutter erfolgen und nicht bei Extrusionsanlagen.

Das Haupthindernis liegt in der Rohstoffbeschaffung: Fleisch und Geflügel für Haustierfutter konkurrieren mit Lebensmitteln um dieselben Schlachtabfälle; zudem ist die Beschaffung in Europa infolge strengerer Tiergesundheitsvorschriften und höherer Compliance-Kosten erschwert. Ein weiteres Hindernis ist die Energie: Die Sterilisationslinien benötigen Dampf, und die Industriestrompreise in Europa liegen nach wie vor über dem Niveau von vor 2022; aus diesem Grund erfolgt die Kapazitätserweiterung nur auf Basis gesicherter Aufträge und nicht spekulativ.

Auch auf der Käuferseite hat eine Konsolidierung stattgefunden: Ausschreibungen für Eigenmarken verlangen zunehmend zwei qualifizierte Lieferanten. Eine Kapazität in Mitteleuropa lässt sich leichter zertifizieren als eine Kapazität in Asien, da die gesamte Rohstoffkette innerhalb desselben regulatorischen Rahmens liegt. Dies ist die Nachfrage, der die neue Produktionsanlage dienen soll.

Markt- und Geschäftsauswirkungen

Für Einzelhändler in Österreich und Süddeutschland bedeutet dies kürzere Lieferzeiten bei Nassfutter mit Eigenmarke sowie eine zusätzliche Quelle für die Abfüll- und Verpackungsschritte. Für konkurrierende Konservenhersteller in Deutschland, der Tschechischen Republik und Ungarn führt die Verdopplung der Produktionslinie in Burgenland dazu, dass es teurer wird, Ausschreibungen allein aufgrund des Preises zu gewinnen. Die übliche Reaktion darauf ist die Differenzierung der Produktformate – etwa durch kleinere Dosen, Tabletts oder Beutel – oder der Einstieg in die Herstellung von veterinärmedizinischem Nassfutter.

Für Lieferanten von Zutaten und Verpackungen ist das Volumen konkret: 100 Millionen zusätzliche Dosen pro Jahr entsprechen etwa 90.000 Tonnen Fertigprodukt an einem einzigen Standort – inklusive des dazu notwendigen Muskelfleisches, der Geliermittel, Vitamine sowie Stahl oder Aluminium. Dabei handelt es sich um Mehrjahresverträge sowie um ein Volumen, das eine regionale Lieferkette fest verankert.

Für alle, die in Mitteleuropa Produkte für Haustiere beschaffen, bedeutet dies eine praktische Veränderung: Es gibt nun eine zuverlässige lokale Alternative für Großhandelsprogramme mit maßgeschneiderten Haustierprodukten. Dabei handelt es sich um eine Konservierungsfirma, die in der Lage ist, nach dem Rezept eines Einzelhändlers in größeren Mengen innerhalb der EU zu produzieren – ohne die langen Vorlaufzeiten, die bei Importprogrammen üblich sind. Der deutsche Heimtiermarkt, der größte in der Region, ist der erste Markt, der von dieser Möglichkeit profitiert.

Daten & Belege

Investitionen: In den letzten zwei Jahren wurden über 40 Millionen Euro investiert. Kapazität: 200 Millionen Dosen pro Jahr, zuvor 100 Millionen. Jahresvolumen: 90.000 Tonnen. Geschaffene Arbeitsplätze: 50. Gesamtbelegschaft in Pöttelsdorf: rund 150 Mitarbeiter. Bauzeit: drei Jahre, wobei das Werk währenddessen weiterhin in Betrieb war. Eigentumsverhältnisse: 40 Prozent hält das Land Burgenland über die ATHENA Burgenland Beteiligungen AG. Produktpalette: Nassfutter für Hunde und Katzen in Eigenmarkenverpackungen; keine eigenen Marken. Fertigstellung: für den 24. Oktober 2026 angekündigt.

Das Unternehmen hat Umsatzzahlen, Kundenzahlen sowie die Auslastung der Produktionskapazitäten nicht bekanntgegeben; auch GPI hat keine Schätzungen vorgelegt.

Bedeutung für die Heimtierindustrie

Die Entwicklung des europäischen Heimtierfuttermarktes im Jahr 2026 wird vor allem durch Nassfutter sowie Produkte mit Eigenmarke geprägt – nicht durch Premium-Trockenfutter. Ein staatlich unterstützter Konservierungsbetrieb, der seine Kapazitäten in einem Markt ausbaut, den sein Geschäftsführer als langsamer wachsend einstuft, verdeutlicht, wer in Zeiten abnehmender Markentreue die Mehrwertsteigerung für sich verbuchen kann: der Einzelhändler, der die Eigenmarke besitzt, oder der Hersteller, der über die Konservierungsanlage verfügt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Austria Pet Food hat die Konservenkapazität ihres Werks in Pöttelsdorf durch Investitionen von über 40 Millionen Euro auf 200 Millionen Dosen pro Jahr erhöht; dadurch wurde eine Jahreskapazität von 90.000 Tonnen erreicht.
  • Die Erweiterung umfasste eine Abfüll- und Verpackungslinie sowie zusätzliche Lagerflächen, schuf 50 Arbeitsplätze und brachte die Gesamtbelegschaft auf rund 150 Mitarbeiter; der Bau dauerte drei Jahre an, ohne die Produktion zu unterbrechen.
  • Das Unternehmen produziert Eigenmarke-Hunde- und Katzenfutter für externe Kunden und verfügt über keine eigene Marke – wodurch es von der Präsenz der Eigenmarken im Regal der Einzelhändler abhängt und nicht von der Markentreue der Verbraucher.
  • Geschäftsführer Bernd Berghofer erklärte, dass die Haustierhaltung in Europa weiter wachse, allerdings langsamer, und dass die Beschaffung von Rohstoffen nach wie vor schwierig sei; diese Faktoren sprechen eher für eine Skalierung bei der Konservenproduktion als für neue Marktteilnehmer.

Häufig gestellte Fragen

Um wie viel hat Austria Pet Food seine Kapazitäten erweitert?

Das Werk in Pöttelsdorf erhöhte seine Jahresproduktion von 100 Millionen auf 200 Millionen Dosen Haustierfutter; mittlerweile beträgt die jährliche Kapazität 90.000 Tonnen. In den letzten zwei Jahren investierte das Unternehmen über 40 Millionen Euro.

Verkauft Austria Pet Food eine eigene Marke?

Nein. Geschäftsführer Bernd Berghofer erklärte, dass das Unternehmen Hunde- und Katzenfutter in Eigenmarken-Verpackungen für unterschiedliche Kunden fertigt und über keine eigene Marke verfügt.

Wem gehört Austria Pet Food?

Das Bundesland Burgenland ist der größte Aktionär mit einem Anteil von 40 %, der über die ATHENA Burgenland Beteiligungen AG gehalten wird; die übrigen Anteile liegen bei anderen Investoren.

Warum wird in Europa die Kapazität für Eigenmarken-Konserven ausgebaut?

Die Einzelhändler erhöhen kontinuierlich den Anteil von Eigenmarken im Bereich Haustierfutter; bei Nassfutter in Dosen ist dies besonders einfach, da sich die Produkte im Regal kaum voneinander unterscheiden lassen. Auch bei langsamer wachsender Haustierhaltung ist Kapazität für die Abfüllung von Dosen für mehrere Einzelhändler gefragt.

Quellen

  1. Primär: ORF Burgenland, Bericht über die fertiggestellte Verdopplung der Kapazität bei Austria Pet Food in Pöttelsdorf, https://burgenland.orf.at/stories/3376633/, 24. Oktober 2026
  2. Sekundär: Daily Alpine, „Austria Pet Food verdoppelt die Produktionskapazität in Pöttelsdorf“, https://www.dailyalpine.com/42538/austria-pet-food-doubles-production-capacity-in-pottelsdorf, 24. Oktober 2026

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